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Zürcher Frauenhaus Violetta wegen Coronafall geschlossen

Ein wichtiger Zufluchtsort für Opfer von häuslicher Gewalt ist vorübergehend geschlossen: Eine Bewohnerin des Frauenhauses Violetta in Zürich ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit wird das Frauenhaus zur Quarantäne-Station.

25.03.2020 / 11:53 / von: lny/sda
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Das Frauenhaus Violetta, Zufluchtsort für Opfer häuslicher Gewalt, ist wegen eines Coronafalls geschlossen. (Symbolbild: pixabay.com/Tumisu)

Das Frauenhaus Violetta, Zufluchtsort für Opfer häuslicher Gewalt, ist wegen eines Coronafalls geschlossen. (Symbolbild: pixabay.com/Tumisu)

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Das Frauenhaus Violetta ist vorübergehend geschlossen. Das, weil eine Bewohnerin positiv auf das Coronavirus getestet wurde. «In den nächsten 14 Tagen können keine neuen Frauen bei uns eintreten. So lange dauert die Quarantäne», teilte die Geschäftsleiterin Susan A. Peter am Mittwoch auf Anfrage mit. Sie bestätigte damit eine Meldung von CH Media. Das Frauenhaus bietet 24 Plätze.

Die erkrankte Bewohnerin müsse in ihrem Zimmer bleiben. Kommuniziert werde nur durch die Türe, so Peter weiter. Alle Mitarbeiterinnen und alle Bewohnerinnen und Kinder müssten zudem Schutzmasken tragen und andere Schutzmassnahmen rigoros umsetzen. In zwei Wochen wisse man dann, ob es weitere Ansteckungen gebe.

Das Frauenhaus kann Opfer von häuslicher Gewalt vorerst nur per Telefon beraten. «Wir versuchen, diese Beratung so lange wie möglich aufrecht zu halten», so Peter weiter. Für einen Schutzplatz muss das Frauenhaus die Anruferinnen aber an andere Institutionen weiterverweisen.

Schliessung zum schlechtesten Zeitpunkt

Die Schliessung des Frauenhauses Violetta kommt zum schlechtesten Zeitpunkt. Die Behörden rechnen damit, dass die Fälle von häuslicher Gewalt in nächster Zeit ohnehin deutlich steigen, weil die Familien mehr Zeit zuhause verbringen müssen und Spannungen zunehmen.

Ab kommender Woche soll es im Kanton Zürich aber neue Plätze für Opfer von häuslicher Gewalt geben. Der Kanton kündigte Anfang dieser Woche an, diese vollumfänglich zu finanzieren.

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Stephan
am 29.03.2020 um 15:37
Dann hoffen wir, dass diese Institutionen geschlossen bleiben und baldmöglichst ersetzt werden durch geschlechtsneutrale Zufluchtsstätten für alle Gewaltopfer, unabhängig des biologischen Geschlechts.