Pull down to refresh...
zurück

SBB ergreifen wegen Unfall zusätzliche Massnahmen zur Türsicherheit

Die SBB sollen zusätzliche Massnahmen ergreifen, damit sich Passagiere nicht mehr die Hand in der Zugtür einklemmen können. Das empfiehlt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust).

25.03.2020 / 13:32 / von: lny/sda
Seite drucken Kommentare
0
Die Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) des Bundes fordert: Die SBB sollen an bestimmten Zugtypen den Einklemmschutz bei Türen ändern. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) des Bundes fordert: Die SBB sollen an bestimmten Zugtypen den Einklemmschutz bei Türen ändern. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Innerhalb von sieben Monaten kam es bei den SBB zu zwei Zwischenfällen, bei denen Personen die Hände in den Zugtüren einklemmt wurden. Damit dies nicht mehr passiert, sollen die SBB nun zusätzliche Massnahmen ergreifen, empfiehlt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust).

Zum einen soll der bereits laufende Ersatz des Türsystems nicht nur die Einheitswagen IV betreffen; auch Eurocity- und Intercity-Wagen bräuchten ein besseres System. Zum andern sollen bei 150 Türen die kürzlich eingesetzten Gummis schon wieder ersetzt werden: Sie sind zu hart, was das Herausziehen einer eingeklemmten Hand erschwert.

Die SBB will den Sicherheitsempfehlungen nachkommen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Der Austausch der Gummiprofile sei bereits im Gang. Zudem werde geprüft, wie sich der Ersatz des Türsystems auf die betroffenen Eurocity- und Intercity-Wagen ausweiten lasse. Bei den Einheitswagen IV wird das System bekanntlich bis 2023 ersetzt.

Das Problem beschäftigt die SBB seit Monaten. Anfang August 2019 war ein Zugbegleiter bei einem Unfall mit einer defekten Wagentür ums Leben gekommen. Die SBB hat die damals vom Bund verfügten Auflagen inzwischen erfüllt und arbeitet nach eigenen Angaben noch an weiteren Massnahmen.

Neben Zug mitgerannt

Am 1. März kam es zu einem weiteren Vorfall im Bahnhof Bern. Kurz nach 1 Uhr früh wollte ein Mann noch in den Intercity nach Interlaken einsteigen. Er versuchte, nach dem Achtungspfiff des Kundenbegleiters eine sich schliessende Türe mit der Hand aufzuhalten.

Doch die Türe öffnete sich nicht mehr. Die Türkontrolllampe zeigte dem Lokführer an, dass alle Einstiegstüren geschlossen seien. Als sich der Zug in Bewegung setzte, rannte der Reisende rund 45 Meter neben dem Zug her, ehe er sich selber befreien konnte. Der Mann erlitt eine Prellung an den Fingern.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare