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Coronavirus breitet sich weiter aus - schon 90 Tote in der Schweiz

Das Coronavirus breitet sich weltweit immer schneller aus. In der Schweiz gab es am Dienstagmittag bereits 90 Todesfälle. Fast 9000 Personen haben sich mit dem Virus angesteckt.

24.03.2020 / 13:39 / von: mma/sda
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Der Bund hat über den aktuellen Stand informiert. (Screenshot: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)

Der Bund hat über den aktuellen Stand informiert. (Screenshot: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)

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Das sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), vor den Bundeshausmedien. Die Verlangsamung, die der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani festgestellt hatte, konnte er nicht bestätigen.

Es bestehe Hoffnung, sagte Mathys. Es sei aber zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen. Nach seinen Angaben könnten die Zahlen auch durch das zurückliegende Wochenende verfälscht worden sein. Es brauche noch Zeit, bis man schlüssige Aussagen machen könne.

Der Beitrag von RADIO TOP fasst die Aussagen des BAG zusammen: 

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Löhne gesichert - Verzögerungen aber möglich

Die zur Auszahlung anstehenden Märzlöhne für Betriebe mit Kurzarbeit oder Anträgen dafür sind gesichert. Den Beschäftigten werden sie aber eventuell verspätet ausbezahlt. Es sollte sich aber lediglich um einige Tage handeln. Das sagte Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstagnachmittag in Bern.

Derzeit liegen seiner Direktion für Arbeit rund 400'000 Anträge für Kurzarbeit vor. Knapp 27'000 Unternehmen haben sie gestellt. Damit ist für acht Prozent der Beschäftigten in der Schweiz Kurzarbeit Tatsache oder beantragt.

Für die Leistungen der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) stehe ausreichend Geld zur Verfügung, erklärte Zürcher. Die Liquidität der Arbeitslosenversicherung (ALV) sei gesichert.

Rückholaktion angelaufen - 750 Heimkehrende erwartet

Bis am Donnerstagmorgen holt das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) in zunächst drei Flügen rund 750 in der Schweiz wohnhafte Personen nach Hause zurück. Sie hatten wegen der Coronakrise in Südamerika festgesessen.

Der erste Rückholflug wurde am Dienstagnachmittag um 14:50 Uhr am Flughafen Zürich erwartet, wie das EDA am Mittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Das Flugzeug startete in San José in Costa Rica.

Weitere Landungen von Rückholflügen erwartet das EDA am Mittwoch- und Donnerstagmorgen. Ein Flugzeug aus Bogotà in Kolumbien soll am Mittwoch um 7:45 Uhr in Zürich eintreffen. Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Lima in Peru sollen am Donnerstag um 9:20 Uhr landen. Die Heimgekehrten müssen zehn Tage in Quarantäne.

In den kommenden Wochen plant das EDA Dutzende zusätzliche Flüge nach Lateinamerika, Asien und Afrika. Im Vordergrund stehen zunächst Destinationen auf diesen drei Kontinenten. Die entsprechenden Länder wird das EDA bekannt geben, sobald die Abklärungen mit den Airlines getroffen und die diplomatischen Vertretungen vor Ort Bescheid wissen.

Wie viele Heimkehrerinnen und Heimkehrer jeweils an Bord sein werden, ist unterschiedlich. Um die Repatriierung zu koordinieren und Synergien zu nutzen, arbeitet das EDA mit anderen Ländern zusammen. Gewisse Flüge organisiert die Schweiz selbst, andere zusammen mit Partnerstaaten.

Damit sei es zu früh, um die Kosten der Aktion zu beziffern. Die Schweiz gehe «sehr kostenbewusst» vor, versichert das Departement. Der Bund finanziert die Charterflüge vor. Die Rückkehrer müssen aber einen Teil der Kosten übernehmen. 

Mehrere Zehntausend Reisende aus der Schweiz sind nach Schätzungen des EDA derzeit im Ausland. Der Bundesrat forderte sie vergangene Woche dazu auf, in die Schweiz zurückzukehren. Rund 17'000 registrierten ihre Reise bislang auf der Travel Admin App.

Bund will Flut von Klagen im Miet- und Vermietwesen verhindern

Ebenfalls hat der Bund zum Mietwesen Stellung genommen. Das oberste Ziel des Bundes ist es, eine Flut von Gerichtsverfahren und Vertragskündigungen zu verhindern.

«Die einfachste, sinnvollste und naheliegendste Option ist es, wenn Mieter und Vermieter miteinander reden», sagte Martin Tschirren, Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO), am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Betroffene sollten bilaterale Lösungen suchen.

Auf Behördenstufe hat am Dienstag ein runder Tisch mit verschiedenen Akteuren stattgefunden. «Alle sind sich der schwierigen Lage auf dem Mietmarkt bewusst», sagte Tschirren. Es gebe aber nicht in allen Fragen eine Übereinstimmung.

Wirtschaftsminister Guy Parmelin setzt deshalb nun eine Taskforce unter der Leitung des BWO ein. Sie hat den Auftrag, dem Bundesrat rasche Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Am Tisch sässen Vermieter- und Mieterorganisationen, Kantone und Städte. Tschirren wiederholte, dass es keinen schweizweiten Zügelstopp gebe. 

3000 melden sich freiwillig für Armeeeinsatz

3000 Armeeangehörige haben sich freiwillig für einen Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus gemeldet. Das sagte Brigadier Raynald Droz am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Eingesetzt werden können nur 100 Freiwillige. Diese seien gemäss ihren Fähigkeiten und den Bedürfnissen der Armee ausgewählt worden, sagte Droz. Der Stabschef Kommando Operationen dankte aber auch allen übrigen Freiwilligen. Das Engagement der jungen Leute sei eine positive Nachricht.

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