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Bundesrat will Quarantäne für Reiserückkehrer verkürzen

Wer aus einem Corona-Risikogebiet in die Schweiz zurückkehrt, muss zehn Tage lang in Quarantäne. Diese Quarantäne könnte laut Bundesrat Ueli Maurer aber bald verkürzt werden. Zur Diskussion stehen sieben oder gar fünf Tage.

15.09.2020 / 21:34 / von: sfa/sda
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Bundesrat Ueli Maurer stellt in einem Interview in Aussicht, dass die Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikoländern verkürzt werden soll. (Bild: EPA/CHRISTIAN BRUNA)

Bundesrat Ueli Maurer stellt in einem Interview in Aussicht, dass die Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikoländern verkürzt werden soll. (Bild: EPA/CHRISTIAN BRUNA)

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Allein im Kanton Zürich befinden sich aktuell mehr als 2'000 Menschen nach einer Reise in ein Corona-Risikogebiet in Quarantäne. Zu den Risikogebieten zählen etwa Spanien, Kroatien aber auch Teile Frankreichs und Österreichs. Die Reiserückkehrer müssen sich bisher für zehn Tage in Quarantäne begeben.

Bundesrat Ueli Maurer geht nun allerdings davon aus, dass die Schweiz die Quarantäne für Menschen nach der Rückkehr aus einem Risikoland wird verkürzen können. Dies sagte der Finanzminister in einem Interview mit der SRF-TV-Sendung «Tagesschau» vom Dienstag.

«Wir diskutieren, wie schnell wir die Leute, die negativ sind, auch wenn sie in einem gefährdeten Gebiet waren, wieder in die Wirtschaft, an den Arbeitsplatz zurückschicken können», sagte Maurer. Es seien dringend sehr viele Tests nötig, um festzustellen, wer wirklich infiziert sei.

In mehreren Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, ist eine Diskussion um eine Verkürzung der Quarantäne etwa auf sieben oder gar fünf Tage im Gang. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärte bislang, es gebe keine neuen Daten, die zeigen würden, dass eine Verkürzung sicher wäre. Bei einer Verkürzung würden viele Leute, die infiziert seien, «verloren» gehen, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG, vergangene Woche in einem Interview.

«Haben Geld nicht für zweiten Lockdown»

Finanzminister Maurer erklärte weiter, die Schweiz müsse die Risiken für eine Infektion eingrenzen und an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren. «Die Schweiz kann sich keinen zweiten Lockdown leisten. Dafür haben wir das Geld nicht.»

Das Parlament habe etwas über 30 Milliarden Franken an zusätzlichen Ausgaben bewilligt, erklärte Maurer. Man werde etwa 18 Milliarden davon brauchen. Aufgrund auch weniger Einnahmen würden Ende Jahr zusammen rund 22 Milliarden Franken mehr Schulden anfallen.

Bei den Steuereinnahmen rechnet Maurer damit, dass 2024 wieder das Niveau wie vor der Pandemie erreicht werde. Eine Steuererhöhung werde wohl nicht nötig sein. «Wir müssen zurückfinden zur Disziplin in der Ausgabenpolitik», mahnte Maurer.

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